Wie ihr sicher wisst, sind im Rahmen der Corona-Beschränkungen derzeit auch alle Berliner Kinos geschlossen. Für Kinobetreiber und unabhängige Filmverleiher bedeutet das – ebenso wie für Musiker*innen und Konzertveranstalter*innen – eine existenzbedrohende Situation. Um die Einnahmeausfälle zumindest zum Teil zu kompensieren, setzen immer mehr unabhängige Kinoschaffende eigene Streaming-Angebote auf. Aus unserer Sicht sind diese unbedingt unterstützenswürdig – denn gerade, weil Streaming mangels anderer Freizeitangebote gerade ein ganz großes Ding ist, wäre es schön, wenn zumindest ein Teil der Erlöse nicht Global Playern zugute kommen würde, sondern dem Kino um die Ecke, in das wir nach der Krise sehr gerne wieder gehen würden. (Wenn es dann noch da ist.) Also, Netflix ist prima. Aber mit dem, was jetzt kommt, tut ihr außerdem noch ein gutes Werk.
Schöne Grüße (Heim-)Kino Kai Kolwitz


Aktuelle Filmstarts als Stream

All diese Filme waren nur kurz oder noch gar nicht im Kino. Wer sie streamt, hilft jetzt auch den Kinobetreiber*innen – denn bei den Links hier bekommen sie einen Teil des Erlöses:


  • Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe Klings Geschichte um den Kleinkünstler und das kommunistische Känguru gibt’s ab sofort als Soli-Stream. In besseren Zeiten soll der Film wieder ins Kino kommen – dann in erweiterter Form. Zu sehen gibt es Die Känguru-Chroniken bei den üblichen verdächtigen Streamingdiensten, allerdings für ein bisschen mehr für mehr Geld, weil ein Teil des Erlöses an die Kinos abgegeben wird.


  • Kopfplatzen

Architekt Markus hat eine Neigung, die er bisher unterdrückt: Kinder erregen ihn sexuell. Während er leidet und die Kontrolle zu behalten versucht, zieht eine neue Nachbarin ein. Markus‘ Verhältnis zu ihr wird enger. Und das zu ihrem kleinen Sohn. Hier geht es zum Stream-Angebot.


  • Waterproof

Eine Doku über das, was eine Klempnerin in Jordanien so erlebt. Pralles Leben... Hier geht es zum Stream-Angebot.


Kino Kai Kolwitz goes Heimkino – Streaming fürs lokale Indie-Kino


  • Grandfilm on Demand

Grandfilm ist ein kleines, aber sehr fundiertes Kunstkino-Label. Die Einnahmen aus dem Streaming-Angebot teilt man mit diversen Partnerkinos in ganz Deutschland, die in besseren Zeit häufig Filme von Grand auf die Leinwand bringen. Hier geht es zu Grandfilm.


  • Kino on Demand

Hier finden sich jede Menge Arthouse-Perlen, bei denen sich sicher viele von euch ärgern, sie damals im Kino verpasst zu haben – und außerdem ein spezielles Quarantäne-Kinderprogramm. Für jeweils fünf gestreamte Film gibt’s einen Gutschein für einen Besuch im Kino der Wahl. Das Geld dafür wird dem Kino überwiesen. Hier geht es zu Kino on Demand.


  • Mubi

Wer ein Abo abschließt, kann auf jeweils dreißig hochkarätige Filme zugreifen. Jeden Tag fliegt der jeweils älteste raus, dafür wird ein neuer eingestellt. Das Repertoire enthält recht aktuelle Perlen genauso wie Klassiker. Und – Besitzer einer Dauerkarte für die Yorck-Kinos können Mubi derzeit kostenlos nutzen. Hier geht es zu Mubi.


  • Interfilm

Filme, die kürzer sind als die Hauptfilm-kompatiblen neunzig Minuten sind die geheimen Perlen des Geschäfts. Die Leute von Interfilm präsentieren nicht nur Jahr für Jahr das bekannte gleichnamige Kurzfilm-Festival, sondern sie bringen auch monatlich äußerst liebevoll kuratierte Kurzfilm-Compilations zu den unterschiedlichsten Themen ins Kino. Einige davon könnt ihr im Interfilm-Coronakino streamen – und tolle Entdeckungen machen. Hier geht es zu Interfilm.


  • Rise and Shine Video on Demand

Rise and Shine ist spezialisiert auf spannende und manchmal skurrile Dokumentarfilme zu allen möglichen Themen. Hier gibt es jede Menge Dokus im VoD-Portal von Rise and Shine. Hier geht es zu Rise and Shine.


Für alle, die Filme ohne Werbung irgendwie doof finden

Die Firma Weischer vermarktet normalerweise Kino-Werbung. Jetzt in der Krise sind sie auf eine Idee gekommen: Wer will, kann die Spots auf dem Portal hilfdeinemkino.de zuhause streamen – und punktgenau bestimmen, welchem Kino der Erlös dafür zugute kommen soll. (Und wie im Kino: Knutschen, reden oder nochmal aufs Klos gehen ist natürlich auch drin währenddessen...)

Hier könnt ihr für euer Kino Werbung ansehen.


Und für alle, die noch irgendwo einen Bibliotheksausweis herumfliegen haben:

Wenn ihr Nutzer*in der Berliner öffentlichen Bibliotheken seid, habt ihr kostenlosen Zugriff auf gleich mehrere Filmportale, in denen sich jede Menge Perlen finden – und auch jede Menge klassischer Musikvideos. Dazu einfach unter „Digitale Angebote“ und „Schauen“ gehen. Hier geht es in die virtuelle Bibliothek.


Anmerkung der Redaktion: Naturgemäß ist diese Liste vermutlich nicht vollständig. Wir werden sie deswegen immer wieder erweitern. Fühlt euch frei, uns im Kommentarbereich auf Streams aufmerksam zu machen, die wir übersehen haben.