King Gizzard & the Lizard Wizard – K.G.

Gemessen an ihrer Veröffentlichungsflut der vergangenen 10 Jahre, können wir fast von Arbeitsverweigerung sprechen, wenn King Gizzard & the Lizard Wizard jetzt erst ihre Platte für 2020 veröffentlichen. Bedenken wir aber, dass „K.G.“ das 16. Studioalbum der australischen Psychedelic-Rock-Wundermaschine ist, relativiert sich das Ganze dann doch wieder. In der Diskographie gibt es so ziemlich alles, was mit Gitarren produziert werden kann - Progressive Rock, Folk, Jazz, Soul und Metal. Dieses Mal werden die treibenden Beats und ausufernden, verzerrten Gitarren durch den Orient gejagt und bescheren uns somit einen wahr gewordenen psychedelischen Trip durch Zeit und Raum. Oder wie die Band es selbst nennt: das Gizzverse - bunt, wild und genau das Richtige, um der grauen, tristen Zeit für einen kurzen Moment zu entfliehen.

 

Babeheaven – Home For Now

Nicht weit weg von der Portobello Road, dem Touri-Hot Spot im Londoner Bezirk Notting Hill, liegt das Studio von Babeheaven. Das Duo hat sich im Lockdown dort eingeschlossen, alle Rollos runter gemacht und ein ganzes Album voller dunkelgrauer Trip Hop-Songs aufgenommen. Hinter Babeheaven stecken die Sängerin Nany Anderson und der Produzent Jamie Travis. In ihrer Musik lassen sie ziemlich dunkle Wolken aufziehen, trotzdem ist „Home For Now“, so der Titel ihrer Debüt-LP, kein reines Depri-Album. Zwischen den Samples, den programmierten Boom Bap-Drums und den Synth-Flächen schimmert immer wieder Hoffnung und Optimismus durch.

 

Long Tall Jefferson – Cloudfolk

Eben noch classical Singer-Songwriter Folk mit Lagerfeuergitarre und melancholischem Gesang, überrascht der nächste Song plötzlich mit Autotune. Dezentem Autotune, doch eins wird klar: Long Tall Jefferson ist furchtlos, wenn es ums Mischen verschiedener Stile und das Ausschöpfen seiner Effektpalette geht. Und so beschreibt er mit dem Titel seines dritten Albums „Cloudfolk“ auch seinen eigenen Musikstil auf den Punkt: Folkmusik, die auch den Softspot der Menschen streichelt, die sonst Cloud Rap und Chillwave als ihr Genre bezeichnen.