Braids - Shadow Offering

Drei Jahre arbeiten Braids in Montreal am Studioalbum – eine Zeit, in der sich vieles ändert. Mit neuem Label und neuem Produzenten beweist das kanadische Artrock-Trio auf Platte Nummer vier, dass da noch mehr geht als experimentelles Gefrickel: Shadow Offering ist die vielfältige Gratwanderung zwischen digitaler Produktion und akustischer Handarbeit - gleichzeitig auch das intime Geständnis unerfüllter Liebe und zerreißender Ängste. Die Band um Sängerin Raphaelle Standell-Preston zeigt sich trotz des avantgardistischen Anklangs so rockig wie nie - allerdings auch eine Spur zu dramatisch.

Pabst - Deuce Ex Machina

Nur nicht so tief Stapeln, die Herren: Ob „I’m trash, throw me away“ oder „This city's no place for losers like us“– ihr zweites Album Deuce Ex Machina spickt die Berliner Band Pabst mit reichlich selbst-diskreditierenden Hooks. Nutzt alles nichts: Mit ihrer Debütplatte mausern sie sich schnell zu Hoffnungsträgern der nächsten Gitarren-Generation. Jetzt sind sie musikalisch breiter aufgestellt und ballern mit produktiver Unterstützung von Moses Schneider einen Hit nach dem anderen raus.

Phoebe Bridgers – Punisher

Der kometenhafte Aufstieg von Phoebe Bridgers beginnt 2017 mit ihrem Debüt Stranger In The Alps. Die Side-Projekte boygenius und Better Oblivion Community Center manifestieren ihren Status als Indie-Darling. Mit ihrem Nachfolger Punisher setzt sie sich jetzt selbst das Krönchen auf. Es ist ein Album über die ganz großen Themen: verblassende Jugenderinnerungen, sich entwirrende Familienverhältnisse und Self-Empowerment – auf intim-berührende Weise erzählt. Hier hören wir jemandem dabei zu, wie sie sich selbst findet. Die Songs – im weitesten Sinne vielleicht als visionärer Emo-Folk einzuordnen – sind dabei teils so detailreich, dass kaum noch Platz für Musik ist. Bedeutet aber auch: mit jedem Durchlauf gibt es Neues zu entdecken.