Roboter, ein dystopisches Sci-Fi-Zukunftssetting und ein Genre-Mix aus Ego-Shooter und Echtzeitstrategie - das ist das Videospiel Disintegration. Ob diese doch sehr wilde und ungewohnte Mischung funktioniert – FluxFM-GameBoy Ron Stoklas hat es ausprobiert.

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Als Roboter die Welt retten

Krankheiten, Naturkatastrophen, aufgebrauchte Ressourcen und und und - in Disintegration hat die Menschheit die Erde an den Abgrund geführt. Die rettende Idee: Den Verstand digitalisieren und in Roboter pflanzen – übergangsweise, bis es der Erde besser geht. Dann soll es zurück in echte Körper gehen. Ein paar haben da keinen Bock drauf

Ego-Shooter trifft Echtzeitstrategie

Es kommt zum Konflikt. Ihr seid Teil des Widerstands, der Mensch sein will. Hier schlüpft ihr in die Metallhülle von Romer – einem Grov Cycle Piloten. Grove was? Ein Hoverbike – eine Art fliegendes Motorrad - mit ordentlich Feuerpower.

Dieses steuernd geht es rein in die Gefechte – mal müsst ihr Leute befreien, mal Objekte zerstören. Der Clou: Ihr selbst führt eure Aktionen und Angriffe aus der Ego-Shooter-Perspektive

Schießen statt Story

Die Story ist ab hier egal. Es bleibt oberflächlich. Philosophische Fragen zum digitalisierten Ich braucht ihr nicht erwarten. Es geht ums Ballern. Das macht ihr in den linearen Leveln ordentlich. In jeder Mission startet ihr mit einem anderen Grov Cycle und neuen Waffen. Auch euer Trupp ist jedes Mal zufällig zusammengestellt. Freie Wahl habt ihr nicht.

Viel ungenutztes Potential

Die Dialoge sind in Englisch, deutsche Untertitel wählbar. Egal ob auf dem Schlachtfeld oder in der Basis – immer wieder quatschen die Roboter mit euch und miteinander über sagen wir mal „ernste“ Themen.

You know: Seeing Romer here swagging around our headquater within his cool leather pants, makes me very aware that I’m not wearing any. And i gotta say: I like it! 

Eine coole Gameplay-Idee, ein spannendes Sci-Fi-Setting und Gefechte, die es krachen lassen. Disintegration könnte richtig gut sein – bleibt aber nur okay. Leider, wurde versucht an zu vielen Ecken gleichzeitig zu basteln. Ein bisschen mehr Spieltiefe, mehr Vielfalt bei den Missionen und mehr Fokus auf die Story. Da war mehr drin. Schade.

Disintegration von V1 Interactive ist am 16. Juni 2020 für PC, PS4 und Xbox One erschienen und kostet zum Release 49,99 Euro.