Cartalk – Pass Like Pollen  

Tiefsinnige Gespräche in der WG-Küche oder im Auto sind die Besten. Das sieht auch Chuck Moore so und ist seit 2017 unter dem schönen Namen Cartalk in der Musikszene LA‘s unterwegs. Auf dem Debütalbum „Pass Like Pollen“ wird in 90‘s Grunge und Indierock á lá Smashing Pumpkins geschwelgt. Dabei sind die Songs eine schöne Mogelpackung und würden mindestens genauso gut als akustische Folkballaden funktionieren. Große Gitarrenwände nehmen den Songs leider stellenweise die Luft zum atmen. Wenn Cartalk dann mal das richtige Mischverhältnis findet, kommen aber auch große Hits dabei raus.

The Holy – Mono Freedom

The Holy zählen seit ihrem Debütalbum als DIE große Hoffnung, den finnischen Rockglanz vergangener Tage wieder aufleben zu lassen. „Mono Freedom“ – ihrem zweiten Album – ist anzumerken, dass die Erwartung endgültig den internationalen Durchbruch zu schaffen nicht spurlos an ihnen vorbeirauscht. Auf der Suche nach dem großen Hit probieren sie viel aus: 80er-Synthies, pathetische Gitarrensoli oder Pop-Arrangements – verrennen sich dabei leider ein ums andere Mal. Zurück bleibt ein vielseitiges Indie-Rock-Album mit halb und halb guten und soliden Nummern, bei dem es aber vor allem so wirkt, als ob die Finnen auf der Suche nach ihrem ureigenen Soundentwurf sind.

Róisín Murphy - Róisín Machine

Sie wollte das perfekte House-Album machen – sie hat das perfekte House-Album gemacht, Mission accomplished Róisín Murphy! Die irische Dance-Queen und Ex-Moloko-Frontfrau arbeitet knapp zehn Jahre an „Róisín Machine“ – und die Groove-Maschine schnurrt, wie ein frisch geöltes Kätzchen. Mit funkigen Bassgitarren sowie Rhythmen, Sounds und Harmonien, die an die House-Kultur der 80er- und 90er erinnern, liefert sie ein vorn bis hinten perfektes Album; sowohl für Hobby-Dancer, die in heimischen Gefilden noch Zeit zum Üben brauchen, wie auch große Disco-Banger mit Glitzer, Ekstase und dröhnenden Bässen für routinierte Clubgänger*innen.